Die kurze Antwort
Die meisten alten Postkarten bringen nur kleine Beträge, vor allem gewöhnliche Urlaubsansichten, Sehenswürdigkeiten, Grußkarten und Karten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, die in riesigen Auflagen gedruckt wurden. Karten, für die Sammler mehr zahlen, verbinden meist ein seltenes Motiv mit gutem Zustand: Echtfotokarten von kleinen Orten, Straßenszenen, Geschäften, Verkehrsmitteln, örtlichen Ereignissen und Menschen bei der Arbeit, dazu manche Künstler-, Werbe- und Sonderkarten. Das Motiv zählt mehr als das Alter allein.
1. Zuerst nach Motiv sortieren
Postkartensammler sammeln meist nach Thema oder Ort. Sortier deine Karten zum Beispiel in diese Stapel:
- Ortsansichten: Stadt- und Dorfansichten, Hauptstraßen, Bahnhöfe, Geschäfte und örtliche Gebäude. Kleine Orte, die selten fotografiert wurden, interessieren Heimatsammler oft mehr als berühmte Sehenswürdigkeiten.
- Alltags- und Sozialgeschichte: Menschen bei der Arbeit, Handwerke, Märkte, Umzüge, Unglücke und örtliche Ereignisse.
- Verkehr: Straßenbahnen, Züge, frühe Autos, Schiffe und frühe Luftfahrt.
- Künstler- und illustrierte Karten: Manche Illustratoren und Verlage werden für sich gesammelt.
- Werbe-, Politik- und Sonderkarten: Karten von Firmen und Kampagnen sowie ungewöhnliche Formate, etwa Karten mit beweglichen Teilen.
- Gruß- und Feiertagskarten: insgesamt sehr häufig, manche Motive und Verlage sind aber gesucht.
2. Echtfoto oder Druck?
Echtfotokarten entstanden, indem ein Foto direkt auf Fotopapier mit Postkartenrückseite belichtet wurde. Oft stellten örtliche Fotografen sie in kleinen Stückzahlen her, deshalb kann eine Echtfotokarte einer gewöhnlichen Straße seltener sein als eine gedruckte Ansicht eines berühmten Ortes. Um sie zu unterscheiden, betrachte das Bild mit einer Lupe:
- Eine gedruckte Karte zeigt unter der Lupe meist ein Muster aus Punkten oder Linien.
- Eine Echtfotokarte zeigt durchgehende Tonwerte ohne Punktraster, oft mit leichtem Glanz und manchmal mit silbrigem Schimmer an dunklen Rändern.
- Echtfotokarten tragen im Briefmarkenfeld auf der Rückseite oft den Namen des Fotopapierherstellers, den Sammler zur Datierung nutzen.
3. Die Karte anhand der Rückseite datieren
- Ungeteilte und geteilte Rückseite: Frühe Postkarten hatten oft eine ungeteilte Rückseite nur für die Anschrift, die Nachricht stand dann auf der Bildseite. Spätere Karten haben eine Rückseite, die in Nachricht und Anschrift geteilt ist. Ab wann die geteilte Rückseite erlaubt war, unterschied sich von Land zu Land: in Großbritannien ab 1902, in den USA ab 1907.
- Poststempel und Briefmarken datieren eine gelaufene Karte, auch wenn sie früher gedruckt worden sein kann.
- Druckstil: Bei US-Karten sind strukturierte „Linen“-Karten typisch für die Mitte des 20. Jahrhunderts und glänzende Farbkarten, sogenannte „Chromes“, für die Jahrzehnte danach. Beide sind meist häufig, mit Ausnahmen bei gesuchten Motiven.
- Verlagsangaben auf der Rückseite helfen dir, eine Serie und einen Zeitraum zu finden.
4. Zustand
Prüf die Ecken auf Abrundung und Knicke, achte auf Knicke, Risse, Flecken, beschnittene Kanten, Nadellöcher und Albumspuren und notier Schrift auf der Bildseite. Schrift auf der Rückseite ist normal und schadet dem Wert meist nicht; manchmal macht die Nachricht oder ein örtlicher Poststempel eine Karte sogar interessanter. Lös nie eine Briefmarke von einer Postkarte: Marke, Stempel und Karte können zusammen zählen, und manche Marken haben einen eigenen Wert. Worauf du dabei achtest, erklärt Sind alte Briefmarken etwas wert?.
5. Preis aus Verkäufen ähnlicher Karten
Such nach Ort und Motiv, bei gedruckten Karten nach dem Verlag und bei Echtfotokarten zusätzlich nach „Echtfoto“. Schau dir verkaufte Angebote an, etwa auf eBay.de, und vergleiche Karten desselben Ortes oder Motivs, derselben Art und in ähnlichem Zustand. Häufige Karten werden meist im Konvolut bepreist; nur die gelegentliche starke Karte lohnt ein eigenes Angebot. Wie du den Wert gebrauchter Dinge allgemein einschätzt, erklärt Was ist es wert?.
6. Wo du verkaufst
- Einzelkarten mit starken Motiven kannst du online einzeln anbieten, mit einem Scan oder Foto beider Seiten.
- Konvolute, nach Ort, Thema oder Epoche sortiert, eignen sich für häufige Karten, etwa auf Kleinanzeigen oder auf dem Flohmarkt.
- Ansichtskartenbörsen, Sammlervereine und spezialisierte Händler eignen sich für große Bestände und alte Alben. Zeig ein Album einem Händler am besten komplett, bevor du es auflöst.
So hilft dir WorthAI
WorthAI erkennt einen Gegenstand auf einem Foto, schätzt eine Wertspanne und zeigt die Marktplatzangebote hinter dieser Schätzung, damit du die Grundlage selbst prüfen kannst. Bei Postkarten bekommst du so eine schnelle erste Einschätzung, was eine Karte zeigt und wofür ähnliche Karten verkauft werden. Ob eine Echtfoto- oder Druckkarte vorliegt, kann es nicht immer erkennen, und blasse Poststempel nicht immer lesen. Prüf die Karte deshalb unter der Lupe, tippe auf „Ergebnis verfeinern“, wenn Ort oder Kartenart falsch sind, und schau dir Verkäufe desselben Motivs an, bevor du einen Preis festlegst. Es ist ein Ausgangspunkt, kein Gutachten.
Häufige Fragen
Welche alten Postkarten sind am meisten wert?
Meist Karten, die ein seltenes Motiv mit gutem Zustand verbinden, etwa Echtfotokarten von kleinen Orten, Geschäften, Straßenszenen, Verkehrsmitteln und örtlichen Ereignissen, dazu manche Künstler-, Werbe- und Sonderkarten. Gewöhnliche Urlaubsansichten und Grußkarten bringen meist wenig.
Wie erkenne ich, ob eine Postkarte ein Echtfoto ist?
Betrachte das Bild mit einer Lupe. Gedruckte Karten zeigen meist ein Muster aus Punkten oder Linien, Echtfotokarten durchgehende Tonwerte ohne Punktraster, und oft steht im Briefmarkenfeld auf der Rückseite der Name eines Fotopapiers.
Senkt Schrift auf der Rückseite den Wert einer Postkarte?
Meist nicht. Schrift und Poststempel auf der Rückseite sind bei gelaufenen Karten normal und können sie sogar interessanter machen. Schrift auf der Bildseite, Knicke, Risse und bestoßene Ecken wirken sich stärker aus.