Die kurze Antwort
Lies auf jedem Stück den Karat- oder Feingehaltsstempel, sortier nach Legierung, wieg jede Gruppe in Gramm und schätz ihren Materialwert anhand des aktuellen Goldpreises. Prüf dann, ob ein Stück als Schmuck mehr wert ist denn als Altgold, etwa wegen Hersteller, Design, Alter oder Steinen. Hol dir schriftliche Angebote von mehreren Ankäufern, schau beim Prüfen und Wiegen zu und verkauf wertvolle Steine oder Markenschmuck nicht zum Altgoldpreis. Der Goldankauf ist je nach Land unterschiedlich geregelt, rechne also damit, dass du deinen Ausweis zeigen musst.
1. Die Stempel lesen
Schau mit einer Lupe auf Verschlüsse, in Ringschienen und auf die Rückseite von Anhängern. Übliche Goldstempel geben entweder Karat oder den Feingehalt in Tausendsteln an:
- 8 Karat oder 333: 33,3 % Gold, in Deutschland bei älterem Schmuck häufig.
- 9 Karat oder 375: 37,5 % Gold.
- 10 Karat oder 417: etwa 41,7 % Gold.
- 14 Karat oder 585: etwa 58,5 % Gold.
- 18 Karat oder 750: 75 % Gold.
- 22 Karat oder 916: etwa 91,6 % Gold.
Stempel wie GP, GF, HGE, RGP, „Doublé“ oder „vergoldet“ stehen für vergoldeten Schmuck oder Doublé mit nur einer dünnen Goldschicht, der viel weniger wert ist. Ein Stempel allein ist kein Beweis, denn Stempel lassen sich fälschen. Einfache Prüfungen, die nichts beschädigen, findest du in Echtes Gold erkennen.
2. Sortieren und wiegen
- Trenn die Stücke nach Feingehalt und leg ungestempelte oder zweifelhafte Teile beiseite.
- Wieg jede Gruppe auf einer genauen Küchen- oder Feinwaage in Gramm.
- Denk daran, dass Steine, Perlen, Federn in Verschlüssen und andere Teile aus anderem Material Gewicht beisteuern, das kein Gold ist.
3. Den Materialwert schätzen
Goldpreise werden meist pro Feinunze angegeben, das sind etwa 31,1 Gramm. So schätzt du den Wert des reinen Goldes in einer Gruppe:
Gewicht in Gramm × Feingehalt × Goldpreis pro Gramm
Ein Beispiel: 10 Gramm Gold mit dem Stempel 585 enthalten etwa 5,85 Gramm Feingold. Multiplizier das mit dem heutigen Preis pro Gramm, dann hast du den Materialwert. Ankäufer zahlen weniger als den vollen Materialwert, weil sie Scheidekosten und ihren Gewinn decken müssen, aber mit dieser Zahl kannst du Angebote fair vergleichen.
4. Ist es als Schmuck mehr wert?
Geh nicht davon aus, dass alles Altgold ist. Ein Stück kann mehr wert sein als sein Gold, wenn es:
- von einem bekannten Designer oder Juwelierhaus stammt und die passenden Marken und Papiere hat,
- antik oder vintage ist und fein gearbeitet ist oder einen gefragten Stil hat,
- mit Diamanten oder anderen wertvollen Steinen besetzt ist,
- ein gesammeltes Stück ist, etwa bestimmte Bettelarmbänder, Medaillons oder Siegelringe.
Edelsteine muss ein Fachmann bestimmen und bewerten. Frag, ob der Ankäufer die Steine mitbezahlt oder nur das Metall. Wenn nur das Metall, kannst du darum bitten, die Steine auszufassen und dir zurückzugeben. Unser Ratgeber Ist mein Schmuck etwas wert? erklärt, wann sich ein Gutachten lohnt.
5. Ankäufer vergleichen
- Juweliere und Goldschmiede vor Ort kaufen oft Altgold an und zahlen eventuell mehr für Stücke, die sie als Schmuck weiterverkaufen können.
- Goldankäufer und Edelmetallhändler richten sich nach dem Metallwert und hängen ihre Ankaufspreise oft aus.
- Pfandhäuser zahlen schnell, meist aber weniger. Siehe An ein Pfandhaus verkaufen.
- Ankäufer per Post sind bequem, aber du siehst beim Prüfen und Wiegen nicht zu. Prüf ihren Ruf, die Versicherung beim Versand, die Rücksendebedingungen und ob du ein Angebot ablehnen und deine Stücke zurückbekommen kannst.
- Online-Verkauf oder Auktionshäuser passen zu Stücken, die als Schmuck mehr wert sind denn als Metall.
6. Am Ankaufstresen
- Lass dir den Preis pro Gramm für jeden Feingehalt schriftlich geben.
- Schau beim Prüfen und Wiegen zu und achte darauf, dass die Waage vorher auf null steht.
- Lass jeden Feingehalt getrennt wiegen, nicht alles zusammen zum niedrigsten Preis.
- Nimm deinen Ausweis mit, viele Ankäufer müssen deine Daten erfassen.
- Lass dich nicht drängen, sofort zu verkaufen. Du kannst deine Stücke einpacken und gehen.
7. Belege und Steuern
Heb den Ankaufsbeleg auf. Je nachdem, wo du lebst, kann der Verkauf von Edelmetallen steuerliche Folgen oder Meldepflichten haben, besonders bei größeren Beträgen. Prüf deshalb die Regeln, die für dich gelten.
So hilft dir WorthAI
WorthAI hilft dir, auf einem Foto die wahrscheinliche Art des Schmuckstücks zu erkennen, und zeigt einen geschätzten Wert mit Spanne für ähnliche Stücke als Schmuck, dazu die Marktplatzangebote hinter der Schätzung. So fallen dir Stücke auf, die mehr wert sein könnten als ihr Gold. Stimmt der Treffer nicht, tippe auf „Ergebnis verfeinern“. WorthAI kann kein Metall prüfen, kein Gold wiegen und keine Steine bewerten und ist weder eine Echtheitsprüfung noch ein Gutachten. Lass Goldgehalt und Steine deshalb von einem Juwelier bestätigen, bevor du dich auf eine Zahl verlässt.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, wie viel mein Goldschmuck wert ist?
Lies den Karat- oder Feingehaltsstempel, wieg das Stück in Gramm und multiplizier das Gewicht mit dem Feingehalt und dem heutigen Goldpreis pro Gramm, um den Materialwert zu schätzen. Prüf dann, ob Design, Hersteller oder Steine es als Schmuck wertvoller machen.
Wo verkaufe ich Goldschmuck am besten?
Hol dir schriftliche Angebote von mehreren Ankäufern, etwa Juwelieren, Goldankäufern und Pfandhäusern, und vergleiche ihren Preis pro Gramm für jeden Feingehalt. Stücke, die mehr wert sind als ihr Metall, verkaufen sich oft besser online, im Auktionshaus oder an einen Juwelier.
Bezahlt ein Goldankäufer die Diamanten in meinem Ring?
Nicht immer. Manche Altgoldankäufer zahlen nur für das Metall. Frag, ob die Steine im Angebot enthalten sind, lass wertvolle Steine von einem Fachmann bewerten und bitte darum, sie auszufassen und zurückzubekommen, wenn du nur das Gold verkaufst.